Alias - Der Shell-Befehl

Unix bzw. Linux lebt mit dem Ruf nur mit kryptischen Befehlen wirklich zu 'funktionieren'. Klar ist diese Sicht mehr als oberflächlich, aber manchmal auch nicht ganz 'un-richtig'.Viele Befehle können stark parametrisiert werden. 'Können' - Nicht 'müssen'! Wenn man einen Befehl etwas umständlicher wird, man diesen öfter verwenden und sich das Leben nicht unnötig schwer machen will, gibt es ein Hilfsmittel. 'Alias'.

Ein Alias in der Bash (und in den meisten modernen Shells) kann Befehlsfolgen also vereinfachen. Klar könnte man dies auch durch ein separates Shellskript erreichen, aber das ist im Allgemeinen gar nicht nötig. Denn es reicht an sich schon der Befehl "alias", um die gewünschte Funktion zu erreichen.

Ein veranschaulichendes Beispiel: alias copy="cp"

Ein sinnvolles Beispiel: alias l="ls -la --color=tty"

Die Befehlsfolge ist recht einfach und sollte sich dir eigentlich sofort erschließen. "alias" ist der Befehl, der dem zukünftigen Alias mit dem Befehl hinter dem "=" gleich setzt. Wenngleich der erste Befehl eher was für das DOS-Feeling ist, so ist der Zweite eine echte Erleichterung. Die Eingabe von "l" in der Eingabeaufforderung und es (an dessen Stelle) wird ein komplexerer Befehl ausgeführt.

Natürlich kann man mit dieser Möglichkeit auf eine Menge Unsinn treiben. Hier sollte man seiner Kreativität aber besser nicht all zu viel Raum geben. Denn ein alias ls="rm -rf / kann schon schmerzhafte Folgen haben. - Also Vorsicht!!!

Will man ein Alias wieder los werden, so unterstützt der Befehl "unalias" dabei.

Beispiel: unalias ls

Aliase sind Nutzer- bzw. Instanz-abhängig. Sie gelten also nur für die jeweilige Shell in der dieses Alias erstellt wird. Wäre dem nicht so, dann wäre der oben beschriebene Umstand wirklich gefährlich. Da dem nicht so ist, ist man für seine Alias-Sammlung selbst verantwortlich.

Sammlung ist aber ein gutes Stichwort! Es gibt wirklich einige, sehr gute Situationen, in denen Aliase wirklich praktikabel sind. Das kann dann der Fall sein, wenn man distributionsabhängige Unterschiede ausgleichen will, oder einfach "tippfaul" ist.

Beispiel: alias mdvd="mount -t iso9660 /dev/hdc /mnt/dvd" alias udvd="umount /dev/hdc" Ich denke spätestens jetzt siehst du den Vorteil, den dir "alias" bietet. ...Wenn Aliase immer wieder neu angegeben werden 'müssen', dann steht allerdings dieser Vorteil allerdings stark in Frage. Die meisten Distributionen definieren die Umgebungseinstellungen in " /etc/bash.bashrc" global und in "~/.bashrc" für den entsprechenden Benutzer. Dort gibt es die nachvollziehbare Möglichkeit solche Aliase zu definieren. Tippt man unter Debian beispielsweise vi ~/.bashrc so findet man bereits einige Definitionen, die aber zumeist auskommentiert sind. Dort ist genau der richtige Ort für deinen Alias-Definitionen!

Beispiele: alias ..="cd .." alias ...="cd ../.." alias ll="ls -l" alias lsd="ls -d */"

Aber nicht vergessen - die neuen Einstellungen werden erst mit dem Öffnen einer neuen Shell aktiv!